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Qualitätsmanagement in der zahnärztlichen Praxis

Ein Qualitätsmanagement hilft dem Zahnarzt, die täglichen Abläufe in seiner Praxis kontinuierlich zu verbessern, Fehler zu vermeiden und die Zufriedenheit aller Beteiligten (Arzt, Mitarbeiter, Patient) zu erhöhen. Qualitätsmanagement in der zahnärztlichen Praxis bedeutet zunächst, die Qualität der eigenen Arbeit zu hinterfragen. Das gilt nicht nur für die Behandlung des Patienten, sondern auch für die Organisation. Alle Arbeitsabläufe und Behandlungsschritte, beispielsweise von der Terminvergabe über die Aufbereitung der Instrumente, der zahnärztlichen Behandlung bis hin zur Leistungsabrechnung, werden in Bezug auf Qualität geplant und dokumentiert, umgesetzt, kontrolliert und ständig verbessert. Durch Transparenz und klare Verantwortlichkeiten können Fehler vermieden und Kosten gesenkt werden. Der Patient, seine Sicherheit und Zufriedenheit stehen dabei immer im Mittelpunkt allen Handelns.

Zusammengefasst ist Qualitätsmanagement der Weg zur ständigen Verbesserung:

  1. Selbstbewertung (Plan)
  2. Umsetzung der Verbesserungsmaßnahmen mit Aufgabenverteilung und Zeitplan (Do)
  3. Regelmäßige Überprüfung des Erreichten an den selbst gesetzten Zielen (Check)
  4. Kontinuierliche strategische Weiterentwicklung (Act)

Die individuellen Ziele der Praxis bilden die Grundlage für das gesamte Praxismanagement und damit gleichzeitig für die Qualität. Das Zahnarztteam, Ärzte und Mitarbeiter, müssen sich die Frage stellen, was ihnen wichtig ist und wie sie arbeiten wollen. Wie können in der Praxis Arbeitsabläufe so organisiert werden, dass sich niemand ärgern muss? Wie kann sichergestellt werden, dass jeder weiß, was er zu tun hat? Was muss dokumentiert werden, damit eine gleichbleibende Qualität gewährleistet werden kann? Was kann jeder Einzelne zum Erfolg der Praxis und damit zur Sicherung seines Arbeitsplatzes beitragen?

Moderne Qualitätsmanagementsysteme sind prozessorientiert, mitarbeiterorientiert und patientenorientiert. Sie bieten dem Arzt, dem Mitarbeiter, dem Patienten Sicherheit und Zufriedenheit.

Mögliche Instrumente eines Qualitätsmanagements in der Zahnarztpraxis
Praxisorganisation/ Arbeitsprozesse Diagnose und Behandlung Mitarbeiterorientierung Patientenorientierung

Praxishandbuch

Checklisten für organisatorische Arbeitsabläufe

Fehlermanagement

Notfallmanagement

regelmäßige fachliche Fortbildung

schnelle und umfassende Umsetzung neuer medizinischer und technischer Erkenntnisse

Koordination von zahnärztlichen und zahntechnischen Maßnahmen
 
klare Festlegung und Dokumentation von Verantwortlichkeiten und Befugnissen

regelmäßige Fort- und Weiterbildung

Teambesprechungen 
Patienteninformation

Patientenaufklärung

Patientenberatung

Terminmanagement

Öffnungszeiten

Beschwerdemanagement

Vorteile eines funktionierenden Qualitätsmanagements:

  • Optimierung der Praxisorganisation durch eine eindeutige Gestaltung der organisatorischen Abläufe und dadurch auch Vermeidung von überflüssigen Arbeiten
  • klare Aufgabenverteilung
  • Fehlerminimierung und -vermeidung
  • verbesserte Patientenzuwendung fördert die Patientenzufriedenheit und -bindung
  • verbesserte interne und externe Kommunikation
  • Dokumentation der Qualität nach außen
  • Identifikation der Mitarbeiter mit der Praxis
  • Dokumentation der Arbeitsabläufe erleichtert die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und sichert volle Arbeitsfähigkeit bei Personalausfällen, z.B. durch Krankheit
  • gesteigerte Wirtschaftlichkeit
  • zukunftsorientierte Wettbewerbsfähigkeit (sichert u. a. auch Arbeitsplätze)
  • Steigerung der eigenen Zufriedenheit
  • Chance zur Weiterentwicklung

Wichtig für ein funktionierendes Qualitätsmanagement ist die regelmäßige Kontrolle/Überprüfung der Qualitätsindikatoren durch externe, unabhängige Institutionen. Bei Abweichungen vom geplanten Ergebnis müssen die Struktur- und/oder Prozessqualität verbessert werden. Dadurch wird eine ständige Optimierung von Arbeits- und Organisationsprozessen gewährleistet und dem Patienten eine moderne und Patientenorientierte Medizin angeboten.

Die Verpflichtung zur Qualitätssicherung und zum Qualitätsmanagement ist bereits seit langem im Sozialgesetzbuch Teil V (SGB V) festgeschrieben. Im Paragraph 135a wird ausgeführt, dass alle Einrichtungen des Gesundheitswesens verpflichtet sind, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln.


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